How To Survive Your First 90 Days
Herzlich willkommen bei Mittim. Du hast dich entschieden, Teil eines schnell wachsenden Unternehmens mit einem ungewöhnlichen Konzept zu werden. Wir stellen dich als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut bewusst ins Zentrum unserer Organisation.
Unser Ziel ist einfach: Wir möchten einen Arbeitsplatz schaffen, an dem du sehr gut verdienen kannst, starke Arbeitsbedingungen hast, ein schönes Auto fahren kannst und gleichzeitig für deine Patienten einen echten Unterschied machst.
Diese Seite ist kein trockenes Handbuch. Sie ist dein Survival Guide für die ersten drei Monate. Sie zeigt dir, was in der Startphase wichtig ist, welche Fehler völlig normal sind und wie du möglichst schnell ruhig, sicher und erfolgreich im Mittim-System wirst.
Home Physio ist real life. Und real life ist manchmal chaotisch.
Domizilphysiotherapie ist unvorhersehbarer als klassische Praxisarbeit. Patienten sind zuhause, die Umgebung ist nie gleich, Familienmitglieder reden mit, Spitex ist involviert, Ärzte schicken neue Verordnungen, Termine verschieben sich und Google Maps lügt manchmal mit beeindruckender Selbstsicherheit.
Perfektionismus stirbt hier relativ schnell. Nicht, weil Qualität unwichtig ist — sondern weil du lernst, dass gute Arbeit im echten Leben flexibel, kommunikativ und lösungsorientiert sein muss.
Warum Mittim anders funktioniert
Wir sind keine normale Praxis. Wir arbeiten dezentral, mobil und mit viel Eigenverantwortung. Das bedeutet: Du bekommst mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Du arbeitest nicht einfach eine Liste von Patienten ab. Du bist Teil eines Systems, das auf Vertrauen, Qualität, Reaktionsfähigkeit und sauberer Kommunikation basiert.
Bei Mittim zählt nicht nur, wie gut du eine Übung erklärst. Es zählt auch, ob du erreichbar bist, ob du Patienten gut führst, ob du Arztkommunikation ernst nimmst, ob du Probleme früh meldest und ob du mitdenkst.
Check your phone.
Du musst während einer Behandlung nicht rangehen. Aber sobald du fertig bist: zurückrufen oder kurz schreiben. An Arbeitstagen: erreichbar sein. Nicht permanent. Aber zuverlässig.
In einer normalen Praxis passiert vieles nebenbei: Man sieht sich auf dem Gang, fragt kurz an der Rezeption, bespricht etwas im Teamzimmer. Bei uns passiert das digital. Das Handy ist deshalb kein Nebending. Es ist Teil des Betriebssystems.
Du musst nicht alles alleine lösen.
Wenn du draussen im Feld bist und ein Problem auftaucht — ein Patient beschwert sich, eine Familie wird schwierig, ein Terminplan bricht zusammen oder du merkst, dass du gerade überfordert bist — melde dich früh.
Gerade in deiner Startphase ist es völlig normal, dass du Hilfe brauchst. Es ist viel. Lieber einmal zu früh fragen als ein Problem drei Tage lang alleine herumtragen.
Tim
Akute Probleme im Feld, Konflikte, Beschwerden, Eskalationen, Route kollabiert.
Kseniya
Cenplex, Billing, Koordination, allgemeine organisatorische Fragen.
Tammy
Behandlungsschreiben, Dokumentation, Abrechnungsthemen, Qualitätsfragen.
Du fährst ein Auto. Keinen Helikopter.
Als neue Therapeutin oder neuer Therapeut willst du natürlich alle glücklich machen. Du möchtest jedem Patienten den perfekten Termin geben. Das ist menschlich — aber gefährlich. Wenn du deine Route jedem Wunsch anpasst, zerstörst du deine eigene Planung.
Wenn du einem Patienten diese Woche nicht genau den gewünschten Termin geben kannst, biete zuerst eine Alternative für diese Woche an, die für ihn möglichst gut passt. Danach planst du zuhause in Ruhe weiter und versuchst, eine Struktur zu finden, die für Patient, Route und Team besser funktioniert.
Die am wenigsten flexiblen Patienten ankern deine Route.
Das Grundprinzip ist einfach: Patienten mit der geringsten Flexibilität und dem besten Grund, warum sie nicht verschoben werden können, bilden die Anker deiner Route. Alle anderen Patienten werden so gut wie möglich darum herum geplant.
Beispiele sind Patienten mit starker Komorbidität, komplexen Betreuungsstrukturen, intensiven Therapieplänen oder Institutionen mit fixen Zeitfenstern.
Verschiebe das Chaos vom Auto an den Laptop.
Am Anfang ist es oft viel besser, die Planung zuhause in Ruhe zu machen. Du kannst Google Maps öffnen, Patienten anrufen, Alternativen vergleichen und sauber nachdenken. Das ist deutlich einfacher, als während der Fahrt zwischen zwei Patienten eine intelligente Route zu bauen.
Du wirst pro Patient mit 55 Minuten bezahlt. Zusätzliche Zeit ausserhalb der Behandlung, Organisation und Meetings sind darin berücksichtigt. Gerade am Anfang solltest du diese Zeit nutzen. Alle mussten da durch. Es wird leichter.
Bring gifts. Ernsthaft.
Wir haben einen hohen Anspruch an Service, eine starke Reputation und sehr hohe Patientenzufriedenheit. Trotzdem wird es am Anfang Reibung geben. Das ist normal. Du bist neu, deine Route ist neu, Patienten müssen sich an dich gewöhnen und nicht jeder Termin wird perfekt sein.
Wenn ein Patient über Termine, Planung oder Kommunikation enttäuscht oder genervt ist: Blumen, Schokolade oder eine andere kleine Aufmerksamkeit.
Es muss nicht “fair” oder “logisch” sein. Es funktioniert einfach. Menschen erzählen ihren Freunden und Familien davon, wenn eine sympathische Physiotherapeutin Blumen oder Schokolade vorbeibringt. Aus einer Beschwerde wird eine Geschichte über Fürsorge.
Die Belege kannst du Ende Monat zusammen mit den Benzinbelegen an info@mittim.ch senden. Schreib Tim kurz per WhatsApp, wem du etwas geschenkt hast und warum.
Die kleinen Wahrheiten, die jeder irgendwann lernt
Ein Teil der ersten Monate besteht darin, die unsichtbaren Regeln der mobilen Physiotherapie zu lernen. Diese Dinge stehen selten in Lehrbüchern, aber sie entscheiden oft darüber, ob dein Tag ruhig oder komplett chaotisch wird.
Gute Behandlung ist mehr als gute Übungen.
Bei Mittim arbeiten wir nicht nur mechanisch eine Übungsliste ab. Wir behandeln Menschen in ihrer echten Umgebung. Das bedeutet: Du siehst, wie sie wirklich aufstehen, wie sie wirklich gehen, wo sie Angst haben, welche Treppen sie meiden und welche Übungen sie realistisch überhaupt machen werden.
Deshalb ist die wichtigste Frage oft nicht: “Welche Übung ist theoretisch perfekt?” Die bessere Frage ist: “Was ist gerade der grösste Engpass?”
Wenn der Patient die Behandlung nicht versteht, nicht mitmacht oder Angst vor Bewegung hat, bringt auch der beste Trainingsplan wenig. Gute Therapie entsteht aus Fachwissen, Kommunikation, Beziehung, Kontext und Umsetzung.
Kommunikation ist Teil der Behandlung.
Gute Kommunikation schützt dich, hilft Patienten, entlastet Angehörige und stärkt unsere Reputation bei Ärzten, Spitex, Institutionen und Familien.
In der Onboarding-Zeit wirst du lernen, wie wir mit Patienten, Angehörigen und Ärzten kommunizieren. Gute Arztberichte, klare WhatsApp-Nachrichten und sauberes Erwartungsmanagement sind kein Papierkram. Sie sind Teil unserer Qualität.
Die ersten drei Monate sind die Anpassungsphase.
Am Anfang ist vieles neu: Route, Patienten, Kommunikation, Auto, Kalender, Dokumentation, internes Team, Erwartungen und die Verantwortung, alleine unterwegs zu sein. Dass sich das am Anfang viel anfühlt, ist normal.
Nach einigen Wochen entsteht meistens eine stabile Struktur. Die kognitive Belastung sinkt. Du wirst schneller. Du weisst, welche Patienten flexibel sind, welche Patienten deine Route ankern und wo du früher Grenzen setzen musst.
Was du bis Ende Probezeit können solltest.
Nach drei Monaten musst du nicht perfekt sein. Aber du solltest das Mittim-System so gut verstanden haben, dass du deine Patienten, deinen Kalender, deine Dokumentation und deine Kommunikation zuverlässig führen kannst.
Reachability by phone. Du kontrollierst dein Handy nach jedem Patienten. Zuverlässige Kommunikation macht alles einfacher, damit das Backoffice für dich arbeiten kann.
Intake und Verlauf sind dokumentiert. Du scannst die Krankenkassenkarte korrekt, startest jede Behandlung mit einem starken Intake und notierst messbare Ziele, die verbessert werden sollen.
Fortschritt wird regelmässig aktualisiert. Nicht jede Behandlung braucht einen Roman. Aber ungefähr alle 2 bis 3 Termine aktualisierst du den Verlauf so, dass daraus später ein starker Arztbericht entstehen kann.
Dein Kalender ist sauber. Alle Patienten sind als vollständige Patientenfiles grün geplant. Eine Notiz ist nur einmal oder maximal zweimal akzeptabel, wenn ein neuer Patient gerade erst in deinen Kalender gekommen ist.
Nach dem ersten Besuch ist das File vollständig. Spätestens dann ist die Krankenkassenkarte gescannt oder mindestens eine Serie mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Krankenkasse und Versicherungsnummer erstellt.
Verordnung und Kogu. Du achtest proaktiv darauf, dass die nötigen Unterlagen vorhanden sind, und meldest früh, wenn etwas fehlt.
Du weisst, wen du kontaktierst. Bei Fragen zu Organisation, Dokumentation, Abrechnung, Qualität oder Eskalationen kommunizierst du offen mit Kseniya, Tammy und Tim.
Schwierige Patienten bringen dich nicht aus dem System. Du suchst eine Lösung, nutzt bei Bedarf ein kleines Geschenk und eskalierst zu Tim, wenn du feststeckst.
Nach 3 Monaten: du hast es geschafft.
Du bist durch das Chaos gegangen. Du hast die Hürden genommen. Du hast gelernt, wie unsere Routen funktionieren, wie Patienten geführt werden, wie wichtig Erreichbarkeit ist und wie du innerhalb des Mittim-Systems ruhig und professionell arbeitest. Ab jetzt sollte es immer leichter werden. Willkommen im Team.