Was kann man gegen Parkinson tun?
Er wurde etwas langsamer, die Stimme leiser, das Schreiben kleiner und unruhiger. Beim Spazierengehen blieb er manchmal ein paar Schritte zurück, zog leicht den rechten Fuss nach. „Ich bin nur müde“, sagte er dann – und lange schien das eine plausible Erklärung.
Mit der Zeit dauerte vieles etwas länger: die Jacke zu schliessen, die Schuhe zu binden, den Schlüssel zu drehen. Das Zittern kam und ging – mal stärker, mal kaum wahrnehmbar. Nichts, was das Leben von einem Tag auf den anderen veränderte – aber genug, um zu merken, dass sich etwas entwickelt.
Nach mehreren Arztbesuchen stand schliesslich die Diagnose fest: Morbus Parkinson.
Kein Schock, eher eine Erklärung für die leisen Veränderungen der letzten Jahre.
Dieser Artikel soll praktische Anhaltspunkte geben, was man tun kann, wenn bei einem geliebten Menschen Parkinson diagnostiziert wurde – einfache, wirksame Dinge, die helfen, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.
Was Parkinson bedeutet
Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der Bewegungen schwerfälliger werden.
Der Grund ist ein Mangel an Dopamin einem Botenstoff, der Bewegungen steuert. Die Krankheit schreitet langsam fort, verläuft aber bei jedem Menschen unterschiedlich.
Wichtig ist: Parkinson ist behandelbar.
Mit den richtigen Medikamenten, klarer Tagesstruktur und regelmässiger Bewegung können viele Betroffene über Jahre aktiv und selbständig bleiben.
Der wichtigste Teil der Behandlung: in Bewegung bleiben
Viele glauben, sie müssten sich nach der Diagnose schonen doch das Gegenteil ist richtig.
Bewegung wirkt wie ein Trainingsreiz fürs Gehirn: Sie hilft, neue Bewegungsmuster zu speichern und vorhandene Fähigkeiten zu erhalten.
Studien zeigen, dass regelmässige Bewegung den Krankheitsverlauf verlangsamen und die Lebensqualität deutlich verbessern kann.
Je früher Sie beginnen, desto länger bleiben Sie selbständig.
Was Sie zu Hause tun können
Parkinson braucht keine komplizierten Geräte – nur eine klare Routine und etwas Anleitung.
Hier sind einfache, wirksame Schritte, die Sie sofort in den Alltag integrieren können:
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Feste Zeiten für Bewegung
Planen Sie täglich kurze Bewegungsphasen: einen Spaziergang, leichtes Dehnen oder gezielte Übungen aus der Physiotherapie.
Regelmässigkeit ist wichtiger als Intensität.
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Grosse, bewusste Bewegungen üben
Beim Gehen: Schritte so gross wie möglich machen.
Beim Greifen: Arme weit ausstrecken, als würden Sie etwas Hohes erreichen.
Beim Aufstehen: bewusst aufrichten, Brustbein anheben, Blick geradeaus.
Diese „Übertreibung“ hilft dem Gehirn, die Bewegungssteuerung neu zu kalibrieren.
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Gleichgewicht trainieren
Stehen Sie zwischendurch auf einem Bein, halten Sie sich leicht fest.
Oder gehen Sie einige Schritte rückwärts – langsam und sicher.
So trainieren Sie Stabilität und beugen Stürzen vor.
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Sprache und Gesicht aktivieren
Sprechen Sie laut, lesen Sie laut vor, lächeln Sie bewusst.
Stimme und Mimik brauchen genauso Training wie Muskeln.
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Pausen einplanen
Müdigkeit gehört zur Erkrankung.
Kurze Ruhephasen zwischen Aktivitäten helfen, die Energie gleichmässig über den Tag zu verteilen.
Bewegung ohne Angst
Viele fürchten, Bewegung könnte schaden das Gegenteil ist der Fall.
Ruhig zu bleiben, führt langfristig zu mehr Steifheit und Unsicherheit.
Stürze vermeidet man nicht durch Schonung, sondern durch Training.
Ein individuell angepasstes Übungsprogramm stärkt Kraft, Gleichgewicht und Selbstvertrauen.
Warum Hausbesuche so wirksam sind
Für viele wird der Weg in eine Praxis mit der Zeit beschwerlich.
Gerade dann ist regelmässige Therapie entscheidend.
Hier setzt die Domizil-Physiotherapie an:
Eine Therapeutin oder ein Therapeut kommt nach Hause – in die vertraute Umgebung, ohne Anfahrtsstress, mit gezielten Übungen, die genau auf die Wohnsituation abgestimmt sind.
Das hat klare Vorteile:
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Bessere Regelmässigkeit: keine Ausfälle durch Wetter, Transport oder Erschöpfung
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Höhere Sicherheit: das Training findet dort statt, wo Sturzrisiken real sind – im eigenen Wohnraum
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Alltagsintegration: Übungen mit Küchenstuhl, Treppe oder Badewanne – direkt dort, wo sie gebraucht werden
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Personalisierung: jede Übung wird an Raum, Möbel und individuelle Möglichkeiten angepasst
Diese Behandlungen sind in der Schweiz über die obligatorische Krankenversicherung abrechenbar, sofern eine ärztliche Verordnung und die Voraussetzungen für Domizil-Therapie erfüllt sind.
Medikamente als Unterstützung
Medikamente bleiben wichtig, um Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung zu lindern.
Sie wirken am besten, wenn der Körper aktiv bleibt.
Regelmässige Bewegung verstärkt ihre Wirkung – und umgekehrt erleichtert die passende Medikation das Training.
Bewegung und Medikamente gehören zusammen.
Wie Angehörige helfen können
Parkinson betrifft nie nur die erkrankte Person – Angehörige spielen eine entscheidende Rolle:
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Geduld statt Korrektur: Bewegungen dauern länger, aber sie kommen.
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Sicherheit schaffen: Haltegriffe, gute Beleuchtung, rutschfeste Wege.
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Motivation geben: gemeinsam spazieren, Musik hören, zusammen üben.
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Ruhepausen respektieren: Müdigkeit ist Teil der Erkrankung, keine Schwäche.
Fazit – zu Hause weiterkommen
Parkinson lässt sich nicht anhalten, aber sein Tempo lässt sich beeinflussen.
Menschen, die aktiv bleiben, behalten länger Kontrolle über Körper und Geist.
Dafür braucht es keine Klinik – sondern klare Anleitung, Motivation und Kontinuität.
Hausbesuche durch spezialisierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind eine der wirksamsten Massnahmen:
Sie verbinden fachliche Anleitung mit Alltagstauglichkeit und machen Bewegung zu einem Teil des Lebens, nicht zu einer Belastung.
Wenn Sie Unterstützung brauchen
Wir begleiten Familien täglich dabei, Bewegungstherapie einfach und zuverlässig zu Hause umzusetzen – von der ersten Diagnose bis in spätere Krankheitsphasen.
Rufen Sie uns an für ein unverbindliches Beratungsgespräch.
Wir zeigen Ihnen, wie Physiotherapie zu Hause funktioniert – sicher, individuell und wirksam.